Warum vegan?

Eine "vegane" Lebensweise bedeutet soviel wie "tierleidfreie" Lebensweise. Jemand, der vegan lebt, konsumiert keine Produkte, die vom Tier stammen. Das kann anfangs durchaus eine Umgewöhnung sein!

Warum sollte man auf all diese leckeren Dinge wie Fleisch, Milch und Eier verzichten und sich ausschließlich von Pflanzen ernähren… und das auch noch freiwillig? Sich die Freiheit nehmen, in einem Schuhladen einfach irgendeinen Schuh zu kaufen – ohne darauf achten zu müssen, ob er aus Leder ist? Bei Kosmetik vor dem Kauf das Internet nach Infos durchforsten, ob betreffende Firma Tierversuche durchführt?

First things first: Eine vegane Lebensweise ist in keinster Weise "gefährlich" für den Körper. Auch wenn es oft gerne so propagiert wird, dass Veganer kränkliche, zerbrechliche Bleichgesichter wären, so ist das letztenendes doch nur ein Vorurteil. Genauso sieht es mit dem Essen aus: "Du isst meinem Essen das Essen weg" ist deshalb der wahrscheinlich unlustigste Spruch seit Menschheitsgedenken, weil Otto Normal-Kuh heutzutage in ihrem Leben kein Gras sieht (mal ganz abgesehen von Schweinen oder Hühnern) und, soweit uns bekannt ist, auch noch nie ein Veganer beim Grasen auf der Wiese gesichtet wurde. Wobei… würden wir einfach auf der Wiese grasen, könnten wir auf diesen Spruch einfach antworten: "Stimmt!" – und es blieben allen Beteiligten irgendwelche Diskussionen erspart.

Wie auch immer, bei den meisten Veganern zuhause wird das Essen nicht viel anders aussehen also bei Menschen, die sämtliche Tierprodukte konsumieren. Mit der Ausnahme, dass es da noch einige kulinarische Besonderheiten gibt: Von dem "Omnivoren-Schreck" Tofu über das leckere Seitan (und was uns sonst noch so an lustigen Namen einfällt) landet dort auf den Tellern.
"Vegan" wird anscheinend des öfteren mit einem Synonym für "fad und geschmackslos" verwechselt und dementsprechend überrascht sind viele Leute nach einem veganen Burger, wenn sie sagen "Das schmeckt ja sogar!".

Veganer Burger
Das schmeckt: Veganer Burger

Weder der Geschmack, noch die Gesundheit sind irgendein Problem bei veganer Lebensweise. Glaubst du nicht? Schreib uns eine Mail und wir leiten dich an die nächstgelegene Möglichkeit weiter, wo du vegane Leckereien abgreifen kannst.

Aber jetzt knüpfen wir doch mal da an, wo wir stehen geblieben waren: Bei den Tieren.

"Die Milch macht's" - tatsächlich?
Milch

Im Endeffekt werden wir Konsumenten Tag für Tag auf den Arm genommen von einer Vielzahl von Wirtschaftslobbys. Die Fleischlobby beispielsweise, das ist eine davon. Seit Jahren gaukelt sie uns vor, wir bräuchten Fleisch ("Fleisch – Ein Stück Lebenskraft", genauso die Milchlobby, die immer wieder beteuert, wie sehr unsere Knochen zu Staub zerfallen, wenn wir nicht jeden Tag mindestens ein Glas Milch trinken) – aber diese "Gesundheits-Maschen" sind inzwischen wissenschaftlich widerlegt.

Das eigentliche Problem ist bei der ganzen Gauklerei ein anderes: Diese Lobbys gaukeln uns vor, Tierwohl wäre für sie eine der wichtigsten Prämissen schlechthin. Sie stellen sich als besorgt und gleichzeitig so fortschrittlich wie möglich dar. Jeder wirbt gerne mit möglichst grünen Wiesen und möglichst dünnbesiedelten Ställen. In Agrarzeitschriften wird den Landwirten dann beispielsweise geraten, nicht von einer "Schnabelkürzung" zu sprechen, wie sie bei Küken im Löwenanteil der Geflügel- und Eierproduktion durchgeführt wird. Man sollte es "Schnabelbehandlung" nennen, da das bei den Verbrauchern mehr nach Fürsorge klingt. Dazu an allen Straßenecken Werbung für ein anonymes Burger-Produkt bei Fastfoodketten, dem man bei bestem Willen keine Ähnlichkeit mehr zum Tier ansieht, dass dafür sein Leben gelassen hat. Die Trennung zwischen Fleisch als Nahrungsmittel und dem Tier, das dahintersteckt, ist durchaus beabsichtigt. Und zu alledem gilt es als normal Fleisch zu essen, Milch zu trinken und ein Frühstücksei zu kochen.


Wie soll da auch irgendjemand auf die Idee kommen, das Ganze zu hinterfragen? Wirft man einen Blick auf die "andere Seite" – also in die Ställe, in denen die Tiere ihr kurzes Leben fristen müssen, dann zeigt sich, wieviel den Lobbys tatsächlich am Tierwohl liegt. Für Einblicke in deutsche Ställe kannst du dir SOKO Tierschutz oder ARIWA ansehen. Das sind unverfälschte Aufnahmen, die dort dokumentiert werden. Keine angekündigten Besuche bei Musterbetrieben, sondern Einblicke in den ganz alltäglichen Prozess bei normalen Höfen und Ställen.

Kuhweide
So idyllisch, wie man es uns weismachen möchte, lebt heute leider nur ein Bruchteil der Kühe

Alle Tiere in unserer Tierindustrie erreichen nur einen Bruchteil ihrer potentiellen natürlichen Lebenserwartung.

Schweine

Schweine (die sehr reinliche Tiere und intelligenter sind als Hunde und gleichzeitig sehr empfindliche Nasen haben) leben in ihrem eigenen Kot und entwickeln in der alltäglichen Langeweile in solchen Zuständen Psychosen, weshalb ihnen vorsorglich der Ringelschwanz abgekniffen wird – sie würden sich sonst gegenseitig verstümmeln (gleichzeitig werden auch die Eckzähne abgeschliffen und die Hoden herausgeschnitten – alles ohne Betäubung, das wäre sonst zu teuer).

Kühe

Einer Milchkuh wird ihr kleines Kalb, das es in der Natur bis zu fünf Jahren bei sich hat, in der Industrie sofort oder wenige Tage nach dessen Geburt weggenommen, damit wir seine Milch trinken können. Das Kalb landet als für die Fleischproduktion suboptimal gezüchtet oft in Anbindehaltung und wird seine kurze Lebenszeit mit eisenarmen Futter gefüttert – damit das spätere Kalbsfleisch auch seine zarte Farbe bekommt. Währenddessen wird die Mutterkuh bald wieder zwangsbesamt, um ihr nächstes Kalb zu verlieren.

Küken

In der Eier-Industrie werden geschlüpfte Küken direkt nach ihrer Geburt gesext, also nach Geschlecht sortiert. Weibliche Küken gelangen in Legehennenställe, männliche Küken werden noch am selben Tag vergast oder geschreddert, oft aus Kostengründen illegalerweise in Mülltonnen erstickt. Was sie falsch gemacht haben? Sie sind männlich – und legen daher keine Eier. Für die Mast sind sie keine gewinnbringende Züchtung.


Dann bleiben noch die Folgen des Tier-Konsums, die uns nicht direkt sichtbar sind: Überfischung der Meere, Rodung der Regenwälder für den Anbau der Futtermittel unserer Masttiere, hungernde Menschen in Ländern, aus denen wir Getreide für die Tiermast importieren und zerstörte Wirtschaftsstrukturen in Schwellenländern, in die unsere Überproduktion an Fleisch zu Spottpreisen exportiert wird.

Das könnte man noch ewig so fortführen, und das alles ist nur die Spitze des Eisbergs. Jemand reagierte einmal mit der Frage, ob wir uns das alles nicht einfach ausdenken. Wir wünschten, es wäre so.

Zum Glück kann man etwas gegen diese Zustände tun: Nämlich damit anfangen, seinen Verbrauch an Fleisch, Ei- und Milchprodukten zu reduzieren. In unseren westlichen Ländern essen wir eh viel zu viel davon. Wenn es einmal die Woche das vegane Gericht in der Mensa ist anstelle eines mit Fleisch, bringt das etwas! Und wenn es jeden Tag das vegane Gericht ist, natürlich auch!

Jeder muss für sich entscheiden, inwieweit er bereit ist, sein Konsumverhalten aus genannten Gründen zu verändern! Für eine echte Entscheidung sollte man aber zumindest beide Seiten der Medaille gesehen haben.

Wir können daher nur empfehlen: Informiere dich weiter! Triff deine persönliche Entscheidung!


Hast du Fragen? Schreib uns. Wir beißen nicht – außer, du wedelst uns mit Salat vor der Nase herum.